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Top-News  |  31. August 2015

SYRISCHE KÜNSTLER IM LIBANON

Stable in Aley in 2011

Stable in Aley in 2014

Raghad Mardini

Exhibition at "Art Residence Aley"

März 2011: der Arabische Frühling erreichte Syrien. Menschen traten friedlich für eine politische Reform in ihrem Land ein, doch die Lage eskalierte schnell und der Bürgerkrieg brach aus. In den vergangenen drei Jahren starben in diesem Krieg 160.000 Menschen und mehr als 10 Millionen Menschen haben ihre Heimat verloren. Allein im Libanon haben bis Anfang des Jahres mehr als eine Million Syrer Zuflucht gesucht.

Unter den Flüchtlingen befinden sich auch zehntausende Denker, Freigeister und Künstler. In Syrien existiert weitestgehend keine Kunstszene mehr, denn diese hat sich weitestgehend in den Libanon verlagert. Doch die Lebensumstände lassen es meist nicht zu, dass die Künstler ihre Eindrücke, Visionen und Empfindungen zu Papier oder Leinwand bringen können. In ihrer Verzweiflung arbeiten sie für Hungerlöhne, leben eingepfercht in winzigen Räumen und die Gehälter reichen kaum für das tägliche Brot. Für Arbeitsmaterialen, Mal- und Zeichenutensilien bleibt nichts übrig. Auch die Kunstszene selbst geht nicht zimperlich mit ihnen um. Es gibt zu viele Künstler, die fantastische Arbeiten abliefern und dennoch keine Möglichkeit haben sich durch ihre Kunst ein Auskommen zu sichern. Galeristen wissen um diese Notlage und drücken die Preise immer weiter.

Die syrische Bauingenieurin Raghad Mardini hat bereits im Juni 2011 zusammen mit ihrer Familie Syrien verlassen und ist in den Libanon ausgewandert. Ihre Reise führte sie 17 Kilometer vor die Mauern der Stadt Beirut nach Aley. Hier verliebte sie sich Architektur und Natur. Sie stieß auf Stallungen, die im Bürgerkrieg zerstört worden waren. Ein Jahr lang dauerte es, die Gebäude wieder in Stand zu setzten und die Wallnussbäume nebendran wieder auf zu päppelt. Im April 2012 lud sie einen ersten syrischen Künstler nach Aley ein, der in der Türkei Zuflucht gefunden hatte. Aus diesem ersten Besuch entstand die Idee für einen Zufluchtsort für syrische Künstlerinnen und Künstler und die Art Residence Alye (ARA) war geboren. Mardini selbst beschreibt ARA als symbolischen Ort: „zerstört und aufgegeben, dennoch strahlte der Ort immer eine innere Schönheit aus, die man schlicht nicht übersehen konnte und mit genügend Liebe und Energie war es möglich ihm wieder Leben einzuhauchen und etwas Produktives und Neues entstehen zu lassen.“ In der Art Residence Alye herrschen Friedens und der Freiheit. Es ist eine Atmosphäre geprägt von Freundschaft und kollegialem Austausch. Künstler aus verschiedenen Regionen Syriens, mit unterschiedlichsten sozialen und religiösen Hintergründen, leben hier friedlich Seite an Seite.

Die Künstler, die hierher kommen, haben Schlimmes erlebt und sind Zeugen schwieriger Zeiten. Die meisten verarbeiten ihre Erlebnisse in Ihren Werken. Zeichnungen und Gemälde in dunklen Farbtönen drücken den Schmerz über die verlorene Heimat, die verlorenen Freunde und zerrissenen Familien und das schreckliche, weiterhin andauernde Blutvergießen aus. Die Bilder zeigen eine zersplitterte, entwurzelte Gesellschaft, die in ständiger Angst lebt. Doch es gibt auch die Künstler, die in diese, für die syrische Bevölkerung so dunklen Tagen, ein Lächeln bringen möchten. Sie arbeiten mit hellen, leuchtenden Farbe und ringen dem Leben ein wenig Leichtigkeit für ihre Kunst ab.

Art Residence Alye ist eine gemeinnützige Organisation, die es syrischen Künstlern im Exil ermöglicht sich für einen kurzen Zeitraum wieder ihrer Leidenschaft zu widmen. Jeweils zwei junge Künstlerinnen oder Künstler erhalten für zwei bis vier Wochen ein Vollstipendium und werden nach Aley eingeladen. Sie werden mit allem versorgt, was sie brauchen: Materialen, Unterkunft, Essen, Frieden und Sicherheit. Dieses Umfeld lässt Kreativität zu und gibt Hoffnung.

Art Residence Aley hat sich im Laufe der vergangenen drei Jahre zu einem künstlerischen und kulturellen Zentrum entwickelt. Symposien für Malerei und Skulptur sind entstanden. Es findet ein reger Austausch statt und regelmäßig werden die Werke der Künstler in Ausstellungen gezeigt. Skulpturen und Denkmäler zieren die Straßen und Plätze der kleinen Stadt. Doch Raghad Mardini reicht das noch lange nicht aus. Sie strebt nicht nur den Dialog der zeitgenössischen syrischen Künstler im Libanon an, sondern mit der ganzen Welt. Ein erster Anfang waren Ausstellungen in Amman (Jordanien) Berlin (Deutschland) und Washington DC (USA).

 

Schlagworte/Keyterms: syrische Künstler, Künstler im Exil, Künstler im Libanon, syrische Exilkünstler, syrische Exilkunst, Kunst im Exil, Exilkünstler Libanon

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