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ANTON KOLIG

Anton Kolig. Sitzender Jüngling ("Am Morgen") | 1919. © Leopold Museum, Wien | Leopold Museum, Vienna. © Bildrecht, Wien, 2016

Marie Gutheil-Schoder als Potiphars Frau. 1923. KHM-Museumsverband, Theatermuseum Wien © Bildrecht, Wien 2017

Anton Kolig. "Die Familie des Künstlers". 1928. Belvedere, Wien. © Bildrecht, Wien 2017

Anton Kolig. "Die Sonnensucher". Entwurf für das Glasfenster über dem Westportal des Wiener Stephansdoms, nicht ausgeführt. 1947. Leopold Museum, Wien. © Bildrecht, Wien 2017

Anton Kolig. Stillleben. 1912. Wien Museum © Bildrecht, Wien 2017

Erste große Retrospektive zu Koligs Schaffen in Wien

Das Leopold Museum präsentiert im Herbst 2017 eine umfassende Ausstellung zum Werk des österreichischen Künstlers Anton Kolig (1886-1950). Nach über fünfzig Jahren ist dies die erste große Retrospektive zu Koligs Schaffen in Wien. Das Leopold Museum besitzt über 20 Gemälde des bedeutenden Künstlers. Die Ausstellung umfasst insgesamt rund 60 Gemälde und 50 Arbeiten auf Papier. Kuratiert wird die Schau von Franz Smola, Sammlungskurator im Leopold Museum.

Anton Kolig zählt zu den Hauptvertretern der frühen Avantgarde in Österreich vor 1914. Mit seinem durch einen expressiven und dynamischen Malstil gekennzeichneten malerischen Œuvre zählt Kolig zu den innovativsten Künstlerpersönlichkeiten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Österreich. Porträts, Stillleben, Allegorien und Jünglingsakte sind die bevorzugten Themen seines vielschichtigen Schaffens.

Neben zahlreichen Soldatenporträts schuf Kolig auch Bildnisse von herausragenden Persönlichkeiten der Wiener Gesellschaft, etwa der Journalistin und Schriftstellerin Berta Zuckerkandl-Szeps, deren Schwester Sophie mit Paul Clemenceau, dem Präsidenten der Pariser Dynamit Nobel AG und Bruder des späteren französischen Ministerpräsidenten Georges Clemenceau, verheiratet war und die selbst einen großen Salon unterhielt. Einen Höhepunkt in Koligs Porträtschaffen bildet zweifellos das 1923 gemalte Bildnis von Marie Gutheil-Schoder, einer damals gefeierten Opernsängerin.

Ein wichtiges Thema in Koligs Werk bilden die Akte von jungen Männern. Die Darstellungen bewegen sich zwischen antikischer Idealisierung, heroischen Posen, "Großer Spiegelakt", 1926, allegorischen Anspielungen, "Jüngling mit Amor", 1911, und einer virtuosen räumlichen Erfassung der Figuren, die besonders in den Zeichnungen augenscheinlich wird. Vielfach scheinen die Akte durch eine melancholische oder kontemplative Stimmung bestimmt zu sein, "Sitzender Jüngling" ("Am Morgen“", 1919; "Sehnsucht", 1921. In einem großen, nicht fertig gestellten Gemälde bilden seine Aktmodelle gleichsam eine große ideelle Familie des Malers, "Die Malerfamilie", um 1933.

Daneben hatte Kolig auch eine große leibliche Familie. Seine Frau Katharina hatte ihm fünf Kinder, nämlich die Töchter Marie Antoinette, Dulla, Traut und  Sybilla, sowie einen Sohn, Thaddäus, geschenkt. Sie alle wurden vom ihm häufig als Motive für seine Gemälde herangezogen. "Die Familie des Künstlers", 1928; "Die Tochter des Künstlers Antonia mit Pelz (unvollendet)", 1930.

Anton Kolig rang sich, körperlich schwer gezeichnet, in seinen letzten Lebensjahren noch zu einer neuen Gestaltungweise durch, die die Kraft der Farben in den Vordergrund rückte. Ab 1946 arbeitete er an Entwürfen für ein Glasfenster über dem Westportal des Stephansdomes ("Die Sonnensucher"). Allerdings hatte er dafür keinen Auftrag erhalten, die Entwürfe wurden auch nicht ausgeführt.

Anton Kolig schuf ein vielschichtiges Werk, das auf dem Gebiet der Ölmalerei, Zeichnung und Wandmalerei gleichermaßen künstlerische Meilensteine setzte. War sein Werk anfänglich von einem malerischen und dynamischen Expressionismus geprägt, der seinen Ausgangspunkt in der Kunst Paul Cézannes nahm, waren seine Arbeiten in den 1920er- und 1930er-Jahren vor allem aus der Betonung zeichnerischer und plastischer Formen heraus gestaltet. In seinen späten Jahren rückte Kolig vor allem die Kraft der Farben ins Zentrum seines Schaffens.

Erstmals nach vielen Jahrzehnten bietet die Schau im Leopold Museum (noch bis 08.01.2018 zu sehen) die Möglichkeit, Koligs Werk in allen seinen Facetten näher kennen zu lernen und sich damit vertiefend zu beschäftigen.

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