Do, 23. Februar 2015 Marseille

ART & FOOD SPECIAL

Food - Essen und Konsum in der Gegenwartskunst

Das Thema Essen wird nicht nur von zahlreichen Künstlern aufgegriffen, sondern findet auch vermehrt seinen Niederschlag in einer Vielzahl an aktuellen Ausstellungen, die sich mit Lebensmitteln als Inspirationsquelle für künstlerisches Schaffen auseinandersetzen. In Marseille ist momentan eine Ausstellung zu sehen, die insgesamt 37 Künstler und Künstlerinnen aus 5 Kontinenten versammelt und insbesondere zeitgenössische Installationen zum Thema Essen zeigt.  Die Künstler – darunter Arbeiten von berühmten Künstlern wie Marina Abramovíc, Joseph Beuys, Subodh Gupta oder auch Pipilotti Rist – beschäftigen sich in ihren Werken vor allem mit gesellschaftlichen Fragen und den Konsequenzen von Umweltverschmutzung und Klimaveränderungen aufgrund der heutigen Produktionsweisen und unseres nicht immer ethisch korrekten Essverhaltens.

Zu sehen ist beispielsweise eine Arbeit des brasilianischen Künstlers Eduardo Srur, der sich in den in der Ausstellung zu sehenden Videos mit allerlei essbaren Waren aus den Supermarkt-Regalen überschüttet und damit auf übermäßigen Konsum und auf die verschwenderischen Verhaltensweisen unserer Gesellschaft aufmerksam machen will.

Auch der bekannte Begründer der sogenannten Eat Art Daniel Spoerri ist mit einigen Werken in der Ausstellung vertreten, darunter nicht nur eines seiner berühmten Fallenbilder, sondern auch ein Film unter dem Titel „Beefsteak (Resurrection)“ von 1968, der den teils morbiden Produktionsweg eines Steaks in umgekehrter Reihenfolge – von dem Verdauungsvorgang bis hin zum Rind auf der grünen Wiese – verfolgt. Daneben ist die aus Serbien stammende Künstlerin Marina Abramovíc mit ihrem 10-minütigen Video „Onion“ von 1995 zu sehen, in dem sie immer wieder in eine große Zwiebel beißt und der Betrachter sieht, wie ihr mehr und mehr die Tränen die Wangen herunterlaufen.

Die Ausstellung „Food“ vermittelt mit ihren Schaustücken aus dem Zeitraum von den Anfängen der Eat Art in den sechziger Jahren bis in die Gegenwart einen anschaulichen Überblick über das Thema Essen als Kunstform und versäumt dabei nicht, auf die sozialkritischen Aspekte des Lebensmittelkonsums aufmerksam zu machen.

Die Schau unter dem Titel „Food – produire, manger, consommer“ ist noch bis zum 23. Februar 2015 im Musée des civilisations de l’Europe et de la Méditerranée (Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeers) – kurz MuCEM – in Marseille zu besichtigen.

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