09. Juni - 04. Juli 2015 Sydney

ART & FOOD SPECIAL

Mouthfeel - Wenn Künstler und Essen aufeinander treffen

Unter dem Begriff Mouthfeel versteht man die körperlichen Empfindungen, die durch Essen oder Trinken hervorgerufen werden. Das Ziel dieser Ausstellung ist es, eine synästhetische Reaktion beim Betrachter durch die Beobachtung der ausgestellten Filme zu stimulieren. Die Künstler verwenden ihren Mund, um den Geschmacks- und Tastsinn durch die Aufnahme von essbaren und nicht essbaren Substanzen auszulösen. Bei den hier ausgestellten Filmen handelt es sich um Dokumentationen künstlerischer Performances. Die Ausstellung Mouthfeel beginnt mit der Arbeit von Elizabeth Willing; ihr 17-minütiger Film Lick folgt in Sachen Ausdauer der Tradition früherer Performance Künstler. In ihrer künstlerischen Performance widmet sie sich der monotonen Aufgabe, sich durch eine Scheibe aus Zucker durchzuschlecken. Der Betrachter nimmt nicht nur die augenscheinlichen Schmerzen der Künstlerin in ihrem Kiefer und ihrem Mund wahr, sondern auch den wachsenden Widerstand Willings, noch mehr von dieser süßlichen Substanz in sich aufnehmen zu müssen.

Der zweite Film, Coffee & Milk von dem Ehepaar und Künstlerduo Hillerbrand + Magsamen (USA), ist im Vergleich dazu ein relativ unbeschwertes Stück; in diesem Kurzfilm sind allein die Münder der Künstler sichtbar, mit denen sie wirbelnde Muster in Kaffee und Milch pusten. Es sind stets nur die Lippen der Künstler zu sehen, teilweise ihre Haare am Bildrand, aber der Akt selbst verleiht dem Film eine sexuelle und intime Note und der Betrachter fühlt sich in eine voyeuristische Lage versetzt, während er den sinnlichen Bewegungen zwischen Ehemann und Ehefrau beobachtet.

Der dritte Film von Hannah Raisin (Australien), Rose Garden, zeigt die Künstlerin bei dem Verzehr eines Rosenstraußes. Die weichen Blütenblätter werden mit den Zähnen grob von ihren dornigen Stielen gerissen und zerkaut, bis am Ende nur die Blüte übrig bleibt.

Der Film Chocolate von Martynka Wawrzyniak (Polen) beginnt mit einer Nahaufnahme von der Künstlerin, die auf dem Rücken liegend mit einem Strom von flüssiger Schokolade so lange übergossen wird, bis sie unfreiwillig anfängt von der Masse an Schokolode nach Luft zu schnappen und zu würgen.

Abgeschlossen werden die Sequenzen mit dem Film The Foreignness of language von Nina Ross (Australian), eine Meditation über die Sprache und das Lernen. Die Künstlerin liest laut norwegische Wörter vor, die auf einem kleinen Zettel geschrieben sind um sie dann anschließend zu zerknüllen und sich in den Mund zu füllen. Als der Film fortschreitet, wird es immer schwieriger, ihre Rezitation des Textes zu folgen wegen der mittlerweile zahlreichen Papierknäuel in ihrem Mund, die bei jeder Bewegung ihres Kiefers knistern und knirschen.

Im Sommer eröffnet die Ausstellung Moutfeel in der Brenda May Gallery in Sydney und wird bis zum 04. Juli 2015 jedem interessierten Besucher offen stehen. Kuratiert wird die Ausstellung von Megan Fizell, einer australischen Kunsthistorikerin und Leiterin der Galerie, die sich bereits in ihren früheren Projekten der Verbindung zwischen Kunst und Kulinarik gewidmet hat. 

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