21. Juni - 21. September 2015

BEYOND BORDERS

Beaufort 2015 - Belgiens Küste als Ort der Kunst

Die im Jahr 2003 ins Leben gerufene Beaufort-Triennale an Belgiens Küste vereint zeitgenössische Kunst und Natur auf exemplarische Weise. Das an der Grenze zu den Niederlanden gelegene Naturschutzgebiet Het Zwin mit angrenzendem Vogelreservat bildet einer der drei Hauptausstellungsorte für die außergewöhnliche Kunstausstellung, deren Anliegen es ist, die Besonderheiten dieser weitgehend unberührten Küstenlandschaft zu betonen.

Die Lage des besonderen Standorts soll dafür sorgen, dass nicht nur ein bereits bestehendes Kunstpublikum, sondern ein möglichst breites Publikum angesprochen wird, zum Beispiel die vielen Menschen, die jedes Jahr an der flandrischen Küste ihren Urlaub verbringen. Zugleich nimmt die Kunst hier abenteuerliche Züge an, wenn die Besucher sich anhand kleiner Hinweistafeln auf die Suche nach den einzelnen entlang der 67 km langen Küste verstreuten Kunstwerken machen, die insgesamt 35 unterschiedliche Skulpturen- und Installationskünstler geschaffen haben.

Beaufort gibt sowohl jungen als auch bereits etablierten Künstlern wie etwa Thomas Schütte oder Katinka Bock die Möglichkeit, Werke eigens für diesen Ort mit seiner besonderen Landschaft und Geschichte zu schaffen. Zu sehen ist beispielsweise eine Installation des Norwegers Matias Faldbakken, der mit Tausenden von zerstreut liegenden Patronenhülsen auf einem Vogelbeobachtungsposten daran erinnert, dass Belgiens Küste einst Schauplatz zahlreicher Kriege war.

Die niederländische Künstlerin Lilly van der Stokker hat den Ausstellungsort des inmitten von Dünen gelegenen Atlantikwalls von Raversyde, wo einst die Deutschen im ersten und zweiten Weltkrieg auf die Alliierten warteten, für ihr Kunstprojekt genutzt. Mit grüner Farbe und einem dekorativem Muster, das an ein Küchenhandtuch erinnert, hat sie ein Haus neben den dortigen Bunkern von oben bis unten angemalt. Das grüne Camouflage-Muster, das sich auffallend gegen die Kargheit der Umgebung absetzt, soll dabei keine militärische, sondern eine freundliche Tarnung darstellen.

Der dritte Schauplatz des Festivals bildet der Naturpark De Nachtigall an der französischen Grenze, der zugleich die meisten Kunstwerke und Objekte bereithält. Neben den Arbeiten der 35 teilnehmenden Künstler, welche Kunst im öffentlichen Raum neu interpretiert und die Küste in einen Skulpturenpark verwandelt haben, gibt es in diesem Jahr auch eine Neuerung im Konzept Beaufort-Triennale. Das Künstlerkollektiv „A Dog Republic“ unter der Leitung des Architekten Yona Friedmann hat ergänzend in den zehn entlang der Küste gelegenen Gemeinden ein Gesamtkunstwerk unter dem Titel „Musée Promenade“ realisiert, das unterschiedliche Erscheinungsformen annimmt, etwa Pavillons, Installationen oder mit Zeichnung ausgestattete Vitrinen, und sich im Vorbeigehen erschließt.

Das Festival läuft noch bis zum 21. September 2015. Der Eintritt zu den drei Ausstellungsorten kostet fünf Euro, geöffnet sind die Areale täglich von 10 bis 18 Uhr.

Example.com uses cookies. Close

Um eine optimale Funktionalität zu gewährleisten, werden auf dieser Website Cookies eingesetzt. Wenn Sie die Nutzung der Website fort­setzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung

Checkbox kommt...