07. September - 06. April 2015

BLUTORGEL. ADOLF FROHNERS ANFÄNGE IM WIENER AKTIONISMUS

 

Die Geburtsstunde des Wiener Aktionismus

„Drei Tage schrankenlose Enthemmung, Befreiung von aller Brunst, Transponierung derselben in Blech, Schrott, Verwesende Abfälle, Fleisch, Blut, Gerümpel u.s.w., die ganze Materie des Kosmos wollen wir verwandeln. WIRSELBST werden nach diesen dreitägigen Exerzitien […] gereinigt der feierlichen Ausmauerung entgegensehen,“ hieß es im gleichnamigen Manifest zur Blutorgel wortgewaltig – eine Kunstaktion, die vom 1. bis zum 4. Juni 1962 in einem Kelleratelier im 20. Wiener Gemeindebezirk durchgeführt wurde. Die dreitägige Einmauerung und deren Publikumspräsentation am vierten Tag wurde als Geburtsstunde des Wiener Aktionismus rezipiert und wirkte impulsgebend für die Wahrnehmung von Adolf Frohners Werk in der Öffentlichkeit.

Die mehrtägige Kunstperformance der  Wiener Aktionisten Adolf Frohner, Otto Muehl und Hermann Nitsch aus dem Jahr 1962 bestand aus einer dreiteiligen Aktion und galt zu der Zeit als ziemlich umstritten. Nach der Einmauerung bestand der zweite Teil der Aktion aus der Herstellung von Objektmontagen - von Muehl Gerümpelplastiken und von Nitsch ein Schüttbild. Schrott, Eisen, Blech und poveres Material wurde zum Kunstobjekt transformiert. Destruktion und Zerstörung als notwendige Haltung gegenüber einer vom Trauma der Kriegsjahre gezeichneten Gesellschaft angesehen. Im letzten Akt vollzogen die Künstler eine Kreuzigung, Ausweidung und Zerreißung eines toten Lammes.

Anlässlich des achtzigsten Geburtstags von Adolf Frohner präsentiert das Forum Frohner nun die Ausstellung „Blutorgel. Adolf Frohners Anfänge im Wiener Aktionismus“. Noch bis zum 06. April 2015 werden die malerischen und grafischen Arbeiten sowie Objekte Adolf Frohners, Otto Muehls und Hermann Nitschs in der Kunsthalle Krems zu sehen sein. Ausgestellt sind Schlüsselwerke auf Papier und Leinwand „Ohne Titel (FV 978)“ von Adolf Frohner aus dem Jahr 1960/61, ein frühes „Schüttbild“ von Hermann Nitsch ebenfalls mit 1961 datiert sowie eine „Aktionsmalerei“ von Otto Muehl aus dem Jahr 1962. Anhand selten gezeigter fotografischer Dokumente, dem „Manifest zur Blutorgel“ und mit Werken wie der „Gerümpelplastik (Kleiner Drache)“ aus 1962, skizziert die Ausstellung zudem die Ereignisse der „Blutorgel“.

In Kooperation mit dem Forum Frohner wird die die Retrospektive “Adolf Frohner (1934-2007) - Fünf Jahrzehnte Malerei, Grafik, Objekt“ bis zum 11. Januar 2015 im Essl Museum zu sehen sein. Anhänger der Wiener Aktionisten sollten sich beide Veranstaltungen auf gar keinen Fall entgehen lassen.

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