Do, 03. Mai 2015 Albertina Wien

DEGAS, CEZANNE, SEURAT

Das Archiv der Träume aus dem Musée d’Orsay

Das Musée d’Orsay in Paris besitzt mit 67.000 Blättern eine der umfangreichsten Sammlungen der Zeichenkunst auf der Welt. Dies nahm die Albertina in Wien zum Anlass, ausgewählte grafische Arbeiten im Rahmen einer exklusiven Schau zu präsentieren. Bereits seit Anfang diesen Jahres gewährt die Ausstellung der Albertina Wien dem Publikum seltene Einblicke in das Archiv des Musée d’Orsay. 130 Arbeiten von Künstlern wie Degas, Cézanne und Seurat veranschaulichen einen umfassenden Überblick über die Vielfalt französischer Zeichenkunst im 19. Jahrhundert.

Die Schau zeigt, dass die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht nur durch die weithin berühmten Pastelle von Edgar Degas oder die lichten Aqurarelle von Cézanne geprägt ist, sondern auch weitgehend unbekannte Seiten aufweist wie etwa das Dunkle und Unbewusste in der Kunst. So stehen auf der einen Seite die zarten Pastelle des Impressionismus, die die Euphorie sowie den Fortschrittsglauben dieser Zeit abbilden und zugleich den Weg in die Moderne gewiesen haben, auf der anderen Seite zeugen die oftmals düsteren Zeichnungen von einer melancholischen und geradezu depressiven Stimmung. Sie entwerfen Visionen der Zukunft oder stellen verdrängte Ängste vor Einsamkeit, Krankheit und Tod in den Mittelpunkt der Darstellung. Künstler wie Carlos Schwabe oder Odilon Redon setzen sich in ihren Arbeiten auf Papier ganz im Sinne von Freud mit Traum und Alptraum auseinander und zeigen die Furcht und die Bedrohungen der bürgerlichen Gesellschaft im 19. Jahrhundert. Die Ausstellung dokumentiert damit die gesellschaftlichen Abgründe und die Zerissenheit des Bürgertums in dieser Zeit.

Die persönliche Auswahl von Kurator Werner Spies, dem ehemaligen Direktor des Musée national d’art moderne im Centre Pompidou, die sowohl bekannte Meisterblätter berühmter Künstler als auch eher unbekannte Werke beinhaltet, veranschaulicht aber auch, dass das 19. Jahrhundert „eine Zeit der Gleichwertigkeit der Stile“ war. Im Nebeneinander von Impressionismus und Symbolismus sowie von Realismus und Historismus verdeutlicht sie die ganze Spannbreite der Kunst im 19. Jahrhundert.

Noch bis zum 3. Mai 2015 ist die Ausstellung „Degas, Cezanne, Seurat. Das Archiv der Träume aus dem Musee d’Orsay“ in der traditionsreichen Albertina, das sich im Stadtzentrum von Wien befindet, zu sehen.

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