17. Februar - 18. März 2017 Hamburger Kunsthalle

DIE KUNST DES WARTENS

Tobias Zielony (*1973), Lee + Chunk, 2000, Aus der Serie Car Park, Fotografie, C-Print, 41,6 x 62,4 cm, Courtesy of KOW, Berlin, © Tobias Zielony
Txema Salvans (*1971), The Waiting Game, 2014, Fotografie, 50 x 70 cm
Courtesy of the artist, © Txema Salvans
Ursula Schulz-Dornburg (*1938), Erevan-Parakar, 2004, Aus der Serie Bushaltestellen, Armenien, Fotografie, Barytabzug, 30 x 40 cm, © Ursula Schulz-Dornburg
Paul Graham (*1956), Baby, DHSS Office, Birmingham, 1984, Aus der Serie Beyond Caring, Fotografie, 87 x 104 cm, © Courtesy of the artist and carlier | gebauer

Zwischen Macht und Möglichkeit

Mit einer großen Ausstellung widmet sich die Hamburger Kunsthalle erstmalig einem ebenso universalen wie vielfältigen, aber auch gesellschaftlich brisanten und hochaktuellen Thema.

"WARTEN. Zwischen Macht und Möglichkeit" präsentiert in der Galerie der Gegenwart sowie an verschiedenen Orten innerhalb und außerhalb des Museums Arbeiten von 23 internationalen Künstler und Künstlerinnen.

In Fortsetzung der Ausstellung Besser Scheitern (2013), die auf breites Interesse stieß und international Beachtung fand, nähert sich die Kunsthalle einem anachronistischen Phänomen unserer beschleunigten, auf unmittelbare Bedürfnisbefriedigung angelegten Gesellschaft.

Warten ist unerfreulich, aufreibend und kostspielig. Es legt Machtverteilungen innerhalb sozialer Systeme offen und wird zum Indikator von Status und Position: Bevorzugter Zugang an Erste-Klasse-Schaltern oder verkürzte Wartezeiten für Privatversicherte einerseits und lange Wartezeiten bei Asyl-Antragsverfahren andererseits machen dies exemplarisch deutlich.

Privilegierte und Menschen mit Macht warten nicht; sie lassen warten. Geduld und Langmut geraten in unserer heutigen Zeit, in der alles jederzeit und überall verfügbar erscheint, vermehrt aus dem Blick.

Pausenfüllender Konsum und der minütliche Kontrollblick aufs Smartphone vertreiben das Warten und damit auch eine mögliche Zeit der Reflexion und des Bei-Sich-Seins.

Die Fähigkeit, abzuwarten und zukunftsorientiert zu handeln, ist eine Kulturleistung, die uns zu einem selbstbewussten, erfolgreichen und sozial kompetenten Leben befähigt. Kunstschaffende können vom Warten als einem Moment des Innehaltens und des Leerlaufs als der Voraussetzung für jede Form der Kreativität besonders eindrücklich erzählen.

In der Ausstellung WARTEN zeigen Künstler von Vajiko Chachkhiani und David Claerbout bis hin zu Ursula Schulz-Dornburg und Tobias Zielony, wie facettenreich sie sich diesem Thema in Perfomances, Skulpturen, Fotografien, Filmen und Installationen widmen.

Die eindrücklichen Arbeiten sind teils direkt den Ateliers der Künstler entliehen oder speziell für die Ausstellung entstanden. Das breite Spektrum an künstlerischen Positionen bietet darüber hinaus Platz für neue Rezeptionserfahrungen.

Für alle, die es nicht "erwarten" können - nichts wie hin! Die Ausstellung ist noch bis zum 18. Juni 2017 in der „Galerie der Gegenwart“ der Hamburger Kunsthalle zu sehen.

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