Do, 22. Mai 2016 National Gallery London

HOMMAGE AN DEN WEGBEREITER DES IMPRESSIONISMUS

Delacroix im Spiegel seiner Zeitgenossen

Für Cézanne, Van Gogh, Matisse, Manet, Renoir und viele andere junge Künstler seiner Zeit war Delacroix ein künstlerisches Vorbild – obwohl er zu Lebzeiten aufgrund seines unkonventionellen Malstils viel Kritik erntete.

Eugène Delacroix ist ein französischer Romantiker gewesen, an dessen Kunst sich viele Impressionisten orientierten, die mit ihren Werken teilweise bekannter wurden als das große Vorbild selbst. Doch der 1798 in Paris geborene Maler kann unbestreitbar als Wegbereiter des Impressionismus gelten, der sich früh vom Klassizismus abwandte und sich bereits 1832 auf seiner ersten Reise nach Marokko von dem strahlenden Licht und den kraftvollen Farben jener Landschaft inspirieren ließ. Seine Gemälde, die danach entstanden, weisen eine große Vielfalt in der Farbigkeit auf und lassen auf seine genaue Beobachtung wechselnder Lichtverhältnisse schließen. Hier kündigt sich bereits der Impressionismus an.

Die Kuratoren der National Gallery haben nun für die Ausstellung „Delacroix and the rise of Modern art“ Gemälde aus aller Welt zusammengetragen, um das Werk des Künstlers und seinen Einfluss auf die Kunst der Moderne zu veranschaulichen. Nur die großen monumentalen Meisterwerke des französischen Malers wie das Gemälde „Die Freiheit führt das Volk an“ von 1830 aus dem Pariser Louvre fehlen, da sie aus konservatorischen Gründen nicht ausgeliehen werden durften. Dennoch: Das Nebeneinander seiner späteren, kleineren Versionen und von Werken der nachfolgenden Generation, die sich von Delacroix inspirieren ließ, fördert bisher ungesehene und anschauliche Vergleiche zutage.  In der Ausstellung hängen etwa die „Badenden“ von Paul Cézanne von 1874 neben Delacroix' rund zwanzig Jahre zuvor entstandenem gleichnamigem Motiv. Nicht nur die Kompositionen ähneln sich, auch Stimmung und Licht in den Bildern sind vergleichbar.

Die Schau endet mit Wassily Kandinskys „Studie für Improvisation V“  von 1910 und stellt damit zugleich einen direkten Zusammenhang zwischen dem romantischen Meister und den Ursprüngen der Abstraktion her. Die Ausstellung macht anhand solcher Gegenüberstellungen deutlich, dass der Impressionismus ohne Delacroix kaum denkbar gewesen wäre und seine Bedeutung bis ins 20. Jahrhundert reicht. Die Schau ist noch bis zum 22. Mai 2016 in der Londoner National Gallery zu sehen.

Example.com uses cookies. Close

Um eine optimale Funktionalität zu gewährleisten, werden auf dieser Website Cookies eingesetzt. Wenn Sie die Nutzung der Website fort­setzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung

Checkbox kommt...