14. November - 16. Februar 2015 Leopold Museum Wien

„Ich wollte immer Maler werden“

85 Jahre ist ein Alter, in dem die meisten Menschen im Ruhestand sind und sich auf ihr Altenteil zurückgezogen haben. Nicht so der Wiener Künstler Arik Brauer. Sein Leben ist von Kunst geprägt und er prägt die Kunst. Seit mehr als 60 Jahren ist Arik Brauer einer der Protagonisten der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Doch der Universalkünstler, der nach eigenen Angaben die Malerei als seine eigentliche Berufung versteht, ist zugleich auch Liedermacher, Schriftsteller, Tänzer, Bildhauer, Bühnenbildner und Haus-Gestalter. In den 1950er Jahren lebte er als Sänger und Tänzer in Israel und trat im Raimundtheater in Wien auf. Um 1960 nahm er erste LPs zusammen mit seiner Ehefrau Meomi mit eigenen Kompositionen und Texten auf. Noch immer gibt er Konzerte, heute gelegentlich auch mit seiner Tochter Timna Brauer. Seit den frühen 1960er Jahren entwirft er immer wieder Bühnenbilder, so zum Beispiel für die Wiener Staatsoper, die Pariser Oper oder das Opernhaus in Zürich. Zwischen 1991 und 1994 gestaltete er zusammen mit Architekt Peter Pelikan das Arik-Brauer-Haus im 6. Wiener Gemeindebezirk Mariahilf. Zahlreiche weitere Umsetzungen seiner architektonischen Entwürfe in Österreich und Israel folgten. Ab 2000 widmete er sich der Bildhauerei und fertigte zahlreiche Keramikfiguren. 2011 erhielt er das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien und bereits 2002 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse.

Jetzt widmet das Leopold Museum in Wien dem Universalkünstler eine Retrospektive. Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Keramiken, Schmuck und Gobelins werden durch Dokumente, Fotografien und Film- und TV-Ausschnitte ergänzt. Es sind Werke vom ersten Studienjahr 1945 bis heute zu sehen. Das Selbstporträt Brauer um Herbst fertigte er 2014 extra anlässlich dieser Ausstellung an. Seine Bilder sind farbenfroh und detailreich, fantasievoll und leuchtend. Sie erinnern an mittelalterliche Miniaturen und orientalische Bildnisse. Immer wieder beschäftigt sich Arik Brauer mit den Themen Krieg und Unterdrückung, Judentum, Umwelt und biblisch-mythologischen Bildinhalten. Annähernd 2000 Werke umfasst sein Oeuvre bisher und es werden stetig mehr. Rund 270 Werke von der Akademie bis zum Rentenalter sind im Leopoldmuseum ausgestellt. Doch an den Ruhestand denkt er noch lange nicht. „Es ist die Pflicht eines jeden Menschen, dass er seine Umgebung gestaltet“, ist sein Lebensmotto. Daher arbeitet er auch im Alter von 85 Jahren noch stetig an seinem Haus und seiner Kunst weiter. Er empfindet es als großes Glück und ist dankbar, dass er noch immer in der Lage seiner Berufung nachzukommen, zu arbeiten und zu malen. Und so können Museumsbesucher dem Künstler an sechs Sonntagen live über die Schulter schauen. Eigens für die Ausstellung entwarf der bedeutende Architekt Gustav Peichl ein fünf Meter hohes turmartiges Element im Atrium des Museums. Die Wände des Turmes bemalt Brauer am 23. November, 7. und 14. Dezember, 18. Januar und 1. und 8. Februar jeweils zwischen 10:00 und 13:00 Uhr. Als Motive hat er Szenen aus der Schöpfungsgeschichte ausgewählt.

Die Ausstellung Arik Brauer.Gesamt.Kunst.Werk ist noch bis zum 16. Februar im Wiener Museum Leopold zu sehen.  

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