10. Februar - 05. Juni 2017 Schirn Kunsthalle Frankfurt

MAGRITTE. DER VERRAT DER BILDER

René Magritte, This is not a pipe, 1935, Öl auf Leinwand, 27 × 41 cm, Privatsammlung © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
René Magritte, La Condition Humaine, 1935, Öl auf Leinwand, 54 x 73 cm, Norfolk Museums Service (accepted by HM Government in lieu of tax and allocated to Norwich Castle Museum & Art Gallery) © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
René Magritte, Les Amants, 1928, Öl auf Leinwand, 54 x 73.4 cm, New York, Museum of Modern Art (MoMA), Gift of Richard S. Zeisler © 2017 Digital image, The Museum of Modern Art, New York/Scala, Florence/VG Bild-Kunst, Bonn 2017
René Magritte, La Lampe philosophique, 1936, Öl auf Leinwand, 46 x 55 cm, Privatsammlung © VG Bild-Kunst, Bonn 2017
René Magritte, L'Heureux donateur, 1966, Öl auf Leinwand, 55,5 x 45,5 cm, Musée d'Ixelles-Brussels, Photo: Mixed Media © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Die Kunst des belgischen Surrealisten

Der Maler René Magritte (1898–1967) ist ein Magier der verrätselten Bilder. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt widmet dem großen belgischen Surrealisten vom 10. Februar bis 5. Juni 2017 eine konzentrierte Einzelausstellung, die sein Verhältnis zur Philosophie seiner Zeit abbildet.

Magritte sah sich nicht als Künstler, sondern vielmehr als denkender Mensch, der seine Gedanken durch die Malerei vermittelt. Ein Leben lang beschäftigte es ihn, der Malerei eine der Sprache gleichrangige Bedeutung zu verleihen.

Die Ausstellung beleuchtet in fünf Kapiteln Magrittes Auseinandersetzung mit der Philosophie. Seine Wort-Bilder reflektieren seine grundsätzlichen Überlegungen zum Verhältnis von Bild und Sprache, weitere zentrale Bildformeln befassen sich mit den Legenden und Mythen der Erfindung und der Definition der Malerei.

Die quasi-wissenschaftliche Methode, der er in seiner Malerei verfolgte, bezeugt seinen Argwohn gegenüber einfachen Antworten und einem simplen Realismus. Die Schirn präsentiert Magrittes meisterhafte Bilderrätsel der 1920er- bis 1960er-Jahre, wie etwa das emblematische Selbstbildnis "La Lampe philosophique (Die philosophische Lampe)" (1936).

Die Ausstellung vereint rund 70 Arbeiten, darunter zahlreiche Meisterwerke aus bedeutenden internationalen Museen, öffentlichen und privaten Sammlungen. René Magritte gehört zu den Schlüsselfiguren der Malerei des 20. Jahrhunderts.

Im Gegensatz zu den von den Pariser Surrealisten um André Breton postulierten Methoden von Traum und Automatismus wurzelt Magrittes einzigartige Bildsprache in der spezifischen Ausprägung des belgischen Surrealismus, der eine dialektische Methode und wissenschaftliches Denken forderte. 

Mit wissenschaftlichem Anspruch verlieh der Künstler seiner Bildsprache die Objektivität eines Vokabulars. Seine Motive, wie etwa Pfeife, Apfel, Hut, Kerze, Vorhang, Flamme, Schatten oder Fragment treten in seinen Gemälden in unterschiedlichen Kombinationen und Sinnzusammenhängen wiederholt auf. Magritte malte Bilder, deren Sinn sich dem Betrachter universell aufdrängen sollte.

Er verstand seine Malerei als Gleichung, bei der er jedem Bild die Lösung eines "Problems" zuschrieb und dabei einem dialektischen Prinzip folgte. In dem in der Ausstellung präsentierten Gemälde "La Condition humaine (So lebt der Mensch)" (1935) befasst er sich etwa mit dem Problem Fenster, indem er Innen und Außen, Gesehenes und Verborgenes, Natur und Kultur von Landschaft und Bild miteinander verbindet.

Als Magritte 1927 von Brüssel nach Frankreich zog, entstanden seine ersten Wort-Bilder. Die Schirn zeigt eine Version seines wohl berühmtesten Gemäldes aus dieser Werkgruppe, "La Trahison des images (Ceci n’est pas une pipe) (Der Verrat der Bilder [Das ist keine Pfeife])" (1927). Dieses zeigt in seiner typisch akkuraten Malweise eine Pfeife, unter der geschrieben steht "Das ist keine Pfeife".

In dieser widersprüchlichen Konfrontation von Text und Bild formulierte Magritte seine Zweifel an der Abbildbarkeit der Realität und stellte somit die Wahrnehmung fundamental infrage. Magrittes Wort-Gemälde sind seine Antwort auf die Diffamierung der Malerei, ein Ausdruck seines Strebens nach Gleichwertigkeit zwischen Bild und Wort als Ausdrucksmittel des Geistes.  

Durch den Austausch mit philosophischen Theoretikern stellte Magritte seine Gedanken über die Malerei auf die Probe, ließ aber auch keine Gelegenheit aus, sie kritisch zu hinterfragen. Die Nähe zur Philosophie lieferte ihm Argumente für den komplexen Charakter seiner Bilder. Sie diente ihm dazu, seine Malerei wissenschaftlich zu legitimieren.

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