06. Februar - 16. Mai 2016 Bucerius Kunst Forum Hamburg

PICASSO. DAS FENSTER ZUR WELT

Das Fenster als Symbol der Malerei

Das Motiv des Fensters zieht sich durch das gesamte Werk Pablo Picassos. Für Picasso (1881-1973) war es nicht nur ein alltäglicher Gegenstand, sondern es galt ihm als Symbol der Malerei, wie die Ausstellung nun erstmals anhand von rund 40 Werken aus allen Schaffensphasen des Künstlers zeigt.

Das Fenster inspiriert bis heute zahlreiche Kunstschaffende. Denn das Motiv des Fensters steht nicht nur für die Schwelle zwischen Innen und Außen, zwischen Bekanntem und Unbekanntem, sondern thematisiert auch das Sehen selbst und damit zugleich die eigene künstlerische Selbstreflexion.

Die Ausstellung geht von der These aus, dass das Fensterthema bei Picasso als gemalte Bildtheorie in Erscheinung tritt. Der Künstler kehrt beispielsweise immer wieder zu diesem Motiv zurück, wenn er sich in Phasen der Neuorientierung mit künstlerischen Grundfragen auseinandersetzt, etwa wenn sich ein Ortswechsel oder ein neuer Lebensabschnitt einstellt.

Seine erste Folge von Fensterbildern malte Picasso im Alter von 18 Jahren.  Hier erscheint das Atelierfenster als Schnittstelle zwischen dem Künstler und der Außenwelt. In den 1920er Jahren verband er das Fenstermotiv mit kubistisch zergliederten Gegenständen, deren Farben sich im Licht des Außenraumes wiederfinden. In den 1930er Jahren und während des Zweiten Weltkrieg kommt Picasso immer wieder auf das Fenster zurück. Er verbindet es einerseits in seiner Bedeutung als Motiv des geschützten Innenraumes mit weiblichen Porträtdarstellungen, andererseits mit Vanitas-Darstellungen, in denen der Fensterrahmen zum symbolischen Kreuz wird.

Die hochkarätigen Leihgaben, die sowohl Gemälde und Zeichnungen als auch druckgrafische Werke umfassen, stammen aus internationalen Sammlungen der Picasso-Museen in Barcelona, Malaga und Paris sowie der Londoner Tate, dem Centre Pompidou in Paris oder dem MoMA in New York. Ergänzt werden diese Bilder durch rund 50 Aufnahmen von Fotografen, die das Fenster als bestimmende Elemente in Picassos Lebens- und Arbeitsräumen präsentieren.

Begleitet wird die Ausstellung von einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm, das in Vorträgen, Diskussionen und Konzerten den Künstler Pablo Picasso und sein Schaffen näher beleuchtet. Am 13. April 2016 etwa geht es in einem Vortrag von Kunsthistorikerin Petra Lange-Berndt um die mediale Inszenierung  Picassos und das damit verbundene modernistische Klischee vom Künstlersein. Im Rahmen eines Filmabends am 25. Februar 2016 wird außerdem ein Dokumentarfilm zum Leben des großen Malers gezeigt, der sich ausgehend von seinem Nachlass auf Spurensuche begibt.

Die Ausstellung  „Picasso. Fenster zur Welt“ kann vom  6. Februar bis zum 16. Mai 2016 im Bucerius Kunst Forum in Hamburg besichtigt werden.

Example.com uses cookies. Close

Um eine optimale Funktionalität zu gewährleisten, werden auf dieser Website Cookies eingesetzt. Wenn Sie die Nutzung der Website fort­setzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung

Checkbox kommt...