14. September - 15. Januar 2017 Paris

TOUT EST ART?

I Ben, I sign, 1974, Acrylic on canvas, Galerie Bruno Bischofberger, Männedorf © Private Collection, Courtesy Galerie Bruno Bischofberger, Männedorf-Zürich, Switzerland
Abstract Form, 1958 © The artist’s collection
Suspended object and mystery box sculpture, 1958 - 1962, Collage © The artist’s collection
Being, 1975, Acrylic on canvas, Lella et Pierre Le Pillouër Collection, Vallauris © The artist’s collection
I don’t throw anything away, 1975 - 1995, A collection of various objects stuck to a pram © The artist’s collection

Musée Maillol in Paris zeigt Retrospektive des Künstlers Ben Vautier

Im neu eröffneten Musée Maillol ist eine umfangreiche Retrospektive mit Werken von Ben Vautier zu sehen. Die Ausstellung zeigt über 200 Kunstwerke aus der Privatsammlung des extravaganten Künstlers, sowie aus Beständen anderer privater Sammler, einige davon sind erstmals öffentlich zu sehen. In der Retrospektive bekommen Besucher einen exklusiven Einblick in die Welt von Ben, einem ikonoklastischen, bewusst provokanten und facettenreichen Künstler, der seit über 50 Jahren alternative und non-konformistische Kunst präsentiert.

2015 wurde bereits eine große Retrospektive mit Werken von Ben im Musée Tinguely in Basel gezeigt. Nun übernimmt mit dem Vizedirektor des Basler Museum ein renommierter Kurator die Ausstellung im Musée Maillol. Der Ausstellungsbereich, in dem Bens zeitgenössischere Werke zu sehen sind, wird dabei vom Künstler selbst kuratiert, einige der Werke Ausstellung sind erstmals öffentlich zu sehen.

Ben Vautier, besser bekannt als Ben, begann seine Karriere in den 1950er Jahren unter dem Motto „Ich unterschreibe alles“. Dieses Statement wurde zum Symbol seiner Überzeugung, dass die ganze Welt und damit auch die Kunst eine Einheit bildet und deshalb im Grunde alles Kunst ist. Seine ‚écritures‘, die Schriftzüge, mit denen er sich künstlerisch ausdrückt, sind auch ein Spiegel seines Selbst und offenbaren einen kritischen Geist, der alles und jeden, auch das eigene Ich, infrage stellt.  Jeder Ausspruch, so kurz und bündig er auch sein mag, ist eine Enthüllung und birgt eine Wahrheit in sich, in Bezug auf die Kunst und den Künstler sowie seine Beziehung zur Gesellschaft. Inspiriert von Marcel Duchamps ‚Readymades‘ hat Ben systematisch die Idee popularisiert, dass Kunst nicht durch den materiellen Inhalt des Werkes sondern allein durch die Signatur des Künstlers definiert wird.

Ben ist dafür bekannt, Alltägliches mit Kunst und Philosophie zu verknüpfen. Er war einer der ersten europäischen Künstler, die Kunst auf die Straßen holten. Mit seinen berühmten ‚street actions‘ wurde er ab 1959 zu einem der Vorreiter der sogenannten Fluxus-Bewegung in Europa. In seinen Aktionen erkor Ben oftmals triviale Dinge zu Kunstwerken (wie das Warten an der Bushaltestelle), oder tat etwas, das als 'exzentrisch' oder 'skurril' galt. Einmal durchschwamm er in einer solchen Kunstaktion beispielsweise vollbekleidet das Hafenbecken von Nizza.

Die umfangreiche Retrospektive zeigt den Werdegang des Künstlers Ben sowie die Meilensteine seiner Karriere zwischen 1958 und 1978. Seine frühen Werke veranschaulichen seine Suche nach einer eigenen, abstrakten formalen Sprache, die in den ersten ‚écritures‘ ihren Höhepunkt fand. Bens Kunst entwickelte sich in den darauffolgenden Jahren weiter, fort von einer rein formalen Ausdrucksweise hin zu einem verstärkten Fokus auf Inhalt und Bedeutung. In dieser Zeit entwickelte er zunehmend konzeptuelle Kunstwerke.

Das gesamte Spektrum seines künstlerischen Schaffens wird in der Ausstellung präsentiert: erste Versuche der lyrischen Abstraktion, die zahlreichen ‚street actions‘ ab 1960, die Highlights der Fluxus-Bewegung in Nizza sowie seine philosophischen und kunsttheoretischen Gedankenspiele. Im zweiten Teil der Ausstellung werden zeitgenössischere Werke des Künstlers gezeigt. Ben selbst bietet den Besuchern einen kaleidoskopartigen Überblick über seine neuesten Kreationen und präsentiert eigens für die Ausstellung kreierte Installationen.

Mehr zur Fluxus-Bewegung finden Sie hier:

bit.ly/2cAQH3R bit.ly/2cDJIMh

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