25. April - 05. Juli 2015 museum für angewandte kunst Frankfurt am Main

ZEITGENÖSSISCHSTE KUNST

Digital + mobil + allgegenwärtig = Handy

Handy ist Kunst. Handy ist Design. Handy ist Ausdrucksmedium. Handy ist Kommunikation. Handy ist Mittel zur Kunstproduktion. Ein Leben ohne Mobiltelefon. Das können sich die meisten Menschen heute gar nicht mehr vorstellen. Insbesondere Teenagern, die diese technische Errungenschaft mit der Muttermilch in sich aufgesogen haben, behagt die Vorstellung gar nicht, den elektronischen Begleiter abzugeben.

Seit das Handy ein Smartphone ist, gehen seine Funktionen weit über das reine Telefonieren und SMS schreiben hinaus. App regeln unseren Alltag, organisieren unsere Freizeit und bestimmen wie wir die Welt wahrnehmen: Das allgegenwärtige Mobiltelefon ist Zeitansage, Fotograf, Terminplaner, Videoplayer, Entertainer, Spielgefährte, Computer, Poststelle, Zeitung und vieles mehr. Die kleinen Alleskönner haben unser Kommunikationsverhalten innerhalb der letzten 20 Jahre grundlegend geändert. Auch auf die zeitgenössische Kunst haben Handys und Apps immer größeren Einfluss.

Doch Handys polarisieren. Immer mehr Menschen nehmen sich bewusst eine Auszeit von der permanenten 24/7 Erreichbarkeit und schalten einfach mal ab. Hamster und Hipster stehen in der Ausstellung exemplarisch für die beiden gegensätzlichen Positionen. Der Hamster symbolisiert die negativen Aspekte von mobiler Kommunikation, denn an den kleinen Nagern wurden die Auswirkungen von Handystrahlung auf biologische Organismen erforscht. Und der szenebewusste Hipster versinnbildlicht den Hype um Telekommunikation, permanente Erreichbarkeit und Konsum.

Die bekannteste neue Kunstform, die einem Virus gleicht, der beinah alle Smartphone-User ergriffen hat, ist das Selfie. Der amerikanische Künstler Jonathan Keller Keller hat sogar über viele Jahre hinweg jeden Tag ein Selfie von sich gemacht. Die Bilder sind zu Videos montierte und stellen Metamorphosen der persönlichen Entwicklung dar.

Florian Mehnert hat das Medium Film gewählt um die Diskussion um den „Gläsernen Menschen“, die eigene Privatsphäre und Datenklau neu zu entfachen. Er zeigt in der Installation “Menschentracks“ auf 42 Tablets Videosequezen. Der Künstler prangert mit seiner raumgreifenden Darstellung den Verlust von Privat- und Intimsphäre an, denn die Kurzfilme stammen von gehackten und ferngesteuerten Smartphones.

Der britische Illustrator und Künstler Kyle Bean hat das Handy selbst als Objet trouvé zum Kunstwerk erhoben. Er zeigt mit „Mobile Evolution“ das Mobiltelefon in Form einer russischen Matrjoschka. Zehn Geräte von "Handyknochen" bis zum hypermodernen Smartphone sind ineinander schachtelbar und veranschaulichen die rasante Entwicklung der Geräte.

Fotos - Videos – Malerei - StreetArt - Design und immer steht das Handy im Mittelpunkt der Betrachtung. Mal ist es selbst das künstlerische Medium, dann wieder fungiert es als Sujet. Die Ausstellung „Hamster – Hipster – Handy“ im Frankfurter Museum für Angewandte Kunst begeistert Groß und Klein und kann bis zum 5. Juli besucht werden.

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