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Top-News  |  26. Oktober 2018

Zeng Fanzhi In the Studio

© Zeng Fanzhi Courtesy the artist and Hauser & Wirth

© Zeng Fanzhi Courtesy the artist and Hauser & Wirth

© Zeng Fanzhi Courtesy the artist and Hauser & Wirth

© Zeng Fanzhi Courtesy the artist and Hauser & Wirth

© Zeng Fanzhi Courtesy the artist and Hauser & Wirth

Zeng Fanzhi In the Studio

Hauser & Wirth freut sich, die als Einzelausstellung für Zürich, London und Hong Kong konzipierte Schau ‘Zeng Fanzhi. In the Studio’ präsentieren zu können. Verbindendes Element der drei Präsentationen ist Zengs Untersuchung der Möglichkeiten zeitgenössischer Malerei. Die dreiteilige Ausstellung reflektiert die vielschichtige Praxis des Künstlers, der an verschiedenen Serien gleichzeitig arbeitet. Der fortlaufende Dialog zwischen Abstraktion und Darstellung über geschichtliche und kulturelle Sphären hinweg stellt dabei das Herzstück seiner Kunst dar. 

Die Ausstellung bietet den Besucherinnen und Besuchern Gelegenheit, ein beispielloses vertieftes Verständnis für die kühne Entwicklung von Zengs künstlerischer Arbeit zu gewinnen, denn an jeder Lokalität werden neue, bisher noch nicht ausgestellte Werke gezeigt. In Zürich sind abstrakte Landschaften der letzten beiden Jahre zu sehen, während in London die Porträtmalerei seit den späten 1980ern bis heute im Zentrum steht. In seinen neuen Gemälden und Zeichnungen, die in Hong Kong gezeigt werden, verbindet Zeng Kunsttraditionen des Ostens und Westens, die seinen anhaltenden Forschergeist und seine Experimentierfreude spiegeln.

Über drei Jahrzehnte hat Zeng beharrlich Konventionen herausgefordert, um über eine simple Darstellung der physischen Welt hinausgehen zu können. Sein Zugang entspricht einer äußerst persönlichen Suche nach einem grundlegenden Verständnis der Malerei und ihrem Potential als Ausdrucksmittel durch das Medium an sich. So sind die Elemente seiner künstlerischen Arbeit – etwa die gemalte Geste, das Erzeugen eines Bildraumes oder der Einsatz der Farben – zugleich ein Mittel, menschliche Erfahrung weiterzugeben, als auch ein Nachsinnen über die prinzipiell subjektive Natur der Wahrnehmung. Wie Zeng Fanzhi erklärt, bietet ihm «das Malen einen Weg, um mit der Welt in Kontakt zu treten. Was ich fühle, sehe, höre und denke, drückt sich in meinen Gemälden aus.» Die in Zürich präsentierten Werke bilden die Fortsetzung einer ab 2002 entstandenen Serie abstrakter nächtlicher Landschaften. Zeng hat neue Techniken entwickelt, indem er diverse linienförmige Pinselstriche in lebhaften Farben auf dunklerem Grund platziert, welche die Oberfläche in Form komplexer, expressiver Stränge unterbrechen und durchkreuzen. Bislang tauchten in dieser Serie Elemente wie Feuer und Wasser oder der Himmel auf, aber die jüngsten Werke, zum Beispiel ‘Untitled’ (2017), sind entschlossen abstrakt und schaffen ein ungewisses Territorium, das die expressive Fläche von Zengs künstlerischer Arbeit widerspiegelt, die mit ihrer Größe den Betrachter umfasst.

In dieser Hinsicht nähert sich Zeng der vorherrschenden chinesischen Ästhetik an, in der die Formen der natürlichen Landschaft als Metaphern für den Charakter und die Empfindungen des Künstlers stehen. Zeng verfügt über eine feine Wahrnehmung für die Dynamiken, die sich ergeben, wenn der Betrachter kontinuierlich den Fokalabstand justiert, um seinen idealen Blickwinkel zu eruieren. Die Anordnung der Werke innerhalb des Galerieraums trägt zu einem dynamischen Rhythmus bei.

 

Über Zengs Karriere hinweg bildet die Darstellung des Menschen ein zentrales Thema. Der Künstler sieht in diesem Genre einen Weg, «den fundamentalen Gemütszustand der Menschheit» zu erfassen. Die figurativen Werke, die in London zu sehen sind, offenbaren die ästhetische Bandbreite der Weiterentwicklung seiner Herangehensweise. Diese reicht von frühen Bildern wie ‘Smiling Beck-ning’ (1989) über Beispiele aus der bekannten Maskenserie der 1990er bis hin zu mehreren neuen Werkreihen und Porträts der letzten Jahre, welche die kulturellen Ikonen Lucian Freud, Francis Bacon und Victor Hugo zeigen. Die Präsentation beweist eindrücklich Zengs Hang zum Experimentieren mit einer Vielzahl von Methoden – ein Zugang, der die letzten drei Jahrzehnte seines Schaffens prägt. So erhält man bisher ungekannte Einblicke in Zengs Kunst, die den Prozess des Malens selbst als Mittel in den Fokus rückt, um über das dargestellte Thema Bedeutung und Erfahrung zu vermitteln.

Ein thematischer Strang, der sich hier manifestiert, ist die Reflexion des Künstlers über den kreativen Akt anhand von Formen der Porträtmalerei. Mit einer neuen Serie kehrt Zeng nach einem Jahrzehnt zum ersten Mal zum Selbstbildnis zurück und porträtiert sich mit gesenktem Kopf, um auf die meditative und repetitive Natur der Prozesse hinzuweisen, die seiner kreativen Arbeit innewohnen. Unabhängig von thematischen, bildhaften und stilistischen Variationen versteht der Künstler die Porträtmalerei als ein introspektives, autobiographisches Fach und ein Mittel, um seine Gefühlslage, seine Reflexion der menschlichen Emotionen, imaginierte Ideale und vielleicht sogar Pessimismus und Mitgefühl angesichts des menschlichen Daseins darzustellen.

 

Die Schau in Hong Kong geht aus Zengs sorgfältiger Untersuchung und Reflexion der Werke von Cézanne und Zhao Gan, einem chinesischen Künstler aus dem 10. Jahrhundert, hervor. Für Zeng sind die gezeigten Werkreihen und ihr Entstehungsprozess ein Mittel, um genaue Beobachtungen zur Methodologie und Wahrnehmung dieser Künstler anzustellen. Dieser experimentelle Zugang ermöglichte es dem Künstler, in mehreren Gemälden die Beziehung zwischen Zhao Gans ‘Früher Schnee auf dem Fluss’ (spätes 10. Jh.) und Paul Cézannes Mont Sainte-Victoire-Serie zu untersuchen. Weitere Werke – Bleistiftzeichnungen auf den Buchumschlägen antiker Zeichnungsanleitungen - verweisen wiederum auf traditionelle chinesische Malpraktiken und auf das expressive Potential von Landschaftsmotiven als Spiegel der eigenen Befindlichkeit. Weitere neue Bilder in diesem letzten Teil der Ausstellungsreihe geben den Blick frei auf die Experimente, die der Künstler mit Komposition und Farbe anstellt, wobei seine Recherchen Vergleiche östlicher und westlicher Praktiken einbeziehen. Dieser progressive Prozess spiegelt sich hier in der wandelnden Farbpalette und der Verwendung kontrastierender Farben. Exemplarisch dafür ist das Werk ‘Untitled’ (2018), ein auf resolute Weise abstraktes Werk, in dem farbliche Abstufungen die Oberfläche der Leinwand zu modulieren scheinen. Das Studium von Cézanne und Zhao Gan wird hier auf das Œuvre von Giorgio Morandi ausgeweitet, was einen weiteren Einblick in den Dialog zwischen Abstraktion und Darstellung gewährt, der die an den drei Standorten gezeigten Werkreihen durchdringt.

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