07. Juli - 18. September 2017 Leopold Museum

FRAUENBILDER

Franz Rumpler. Mädchen mit entblößter Schulter | um 1880. Girl with Bare Shoulder | c. 1880. Öl auf Holz | Oil on wood. 20,5 × 16 cm. © Leopold Museum, Wien | Vienna
Marie Egner. „Salzburger Moor” | um 1900. Salzburg Bog | c. 1900. Aquarell auf Papier | Watercolor on paper. 17 × 11,4 cm. © Leopold Museum, Wien | Vienna. Foto | Photo: Leopold Museum, Wien | Vienna/Manfred Thumberger
Anton Romako. Gräfin Maria Magda Kuefstein an der Staffelei | 1885/86. Countess Maria Magda Kuefstein at the Easel. Öl auf Holz | Oil on wood. 35,9 × 26,7 cm. © Leopold Museum, Wien | Vienna. Foto | Photo: Leopold Museum, Wien | Vienna/Manfred Thumberger
Herbert Boeckl. Liegender Frauenakt (Weißer Akt) | 1919. Reclining Female Nude (White Nude). Öl auf Leinwand | Oil on canvas. 111 × 158 cm. Leopold Museum, Wien | Vienna. Foto | Photo: Leopold Museum, Wien | Vienna/Manfred Thumberger. © Herbert Boeckl-Nachlass, Wien

Vom Biedermeier bis zur frühen Moderne

Die Ausstellung "Frauenbilder – Vom Biedermeier bis zur frühen Moderne"  zeigt vom 7. August bis zum 18. September 2017 sowohl Werke, in denen die Darstellung von Frauen im Zentrum steht, als auch Arbeiten, die von Künstlerinnen des 19. und 20. Jahrhunderts geschaffen wurden. Die Auswahl der Werke konzentriert sich auf die Zeit von 1830 bis 1930.

Im ersten Teil der Schau stehen verschiedene Themenbereiche im Blickpunkt der Aufmerksamkeit, sei es das weibliche Porträt, Mutter-Kind-Darstellungen oder die Frau als Aktmodell. Frauendarstellungen finden sich zunächst vor allem im Genre des Porträts, die allerdings stark von bestimmten Erwartungshaltungen ihrer Auftraggeber geprägt sind, wie der Forderung nach Schönheit, Liebreiz und Anmut.

Neben Porträtdarstellungen werden Frauen häufig in traditionellen Rollenbildern gezeigt, etwa als Gattin, Mutter und Behüterin der Familie. Einen nicht unwesentlichen Aspekt bildet das Faktum, dass Frauendarstellungen über Jahrhunderte hinweg großteils vom männlichen Künstlerblick determiniert sind, wie sich deutlich in den Visualisierungen von Aktmodellen zeigt, in denen die Grenzen zur erotischen Präsentation oft fließend verlaufen.

In dieses Genre fallen etwa die berühmten Aktzeichnungen von Egon Schiele und Gustav Klimt, aber auch auf mythologische und biblische Themen referierende Werke, die oft als Vorwand dienten, erotische Inhalte zu transportieren.

Wesentlich seltener sind hingegen Darstellungen von Frauen in der Ausübung beruflicher Tätigkeiten und Handlungen, die ihnen eine aktive Rolle innerhalb der Gesellschaft zuerkennen. Dazu zählen auch Verbildlichungen von Künstlerinnen, Schauspielerinnen oder Sängerinnen, von denen sich in der Sammlung Leopold einige außergewöhnliche Beispiele finden.

Einen zweiten Bereich der Ausstellung bilden Werke einzelner Künstlerinnen, die gleichfalls in einem erstaunlich hohen Ausmaß Teil der Sammlung Leopold sind. Bekannte Malerinnen und Grafikerinnen, wie Tina Blau-Lang, Marie Egner, Olga Wisinger-Florian oder Broncia Koller-Pinell, sind mit größeren Werkgruppen vertreten.

Auch dem vielfältigen bildnerischen Schaffen der deutschen Künstlerin Käthe Kollwitz ist ein Schwerpunkt gewidmet. Aber auch weniger bekannte Positionen, wie etwa die aus Wien gebürtige und in die USA emigrierte Künstlerin Emma Milch-Bormann, die ein reiches grafisches Schaffen hinterließ,  sollen hier näher vorgestellt werden.

Den Abschluss bildet eine Gruppe von keramischen  Arbeiten aus den 1920er-Jahren, die von Gudrun Baudisch-Wittke, Irene Schaschl-Schuster, Kitty Rix-Tichacek und Wally Wieselthier, in den Jahren 1927/28 künstlerische Leiterin der Wiener Werkstätte, stammen.

Mit der Sichtbarmachung dieser künstlerischen Positionen lädt die Ausstellung nicht zuletzt auch zur Reflexion über die Rolle von weiblichen Künstlerinnen um 1900 ein, die in häufigem Kontrast zu den präsentierten Darstellungen von Frauen im ersten Teil der Schau steht: Künstlerinnen war das Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien nicht nur bis 1920/21 verwehrt, sie hatten ebenso mit eingeschränkten Ausstellungsmöglichkeiten zu kämpfen.

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