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Top-News  |  17. November 2015

RUDOLF HAUSNER

Phantastischer Realist und Maler der Psychoanalyse

Auch wenn der erst kürzlich verstorbene Maler Ernst Fuchs wohl die stärkste Ausstrahlung auf sein Publikum sowie andere Künstler besaß, kann der 1914 in Wien geborene Rudolf Hausner als der vielleicht aufschlussreichste Vertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus gelten.

Ein Werk von ihm mag das verdeutlichen. Das Bild „Forum der einwärts gewendeten Optik“ gehört zu den wenigen frühen Bildern, die noch erhalten sind. Viele seiner Bilder, die zwischen 1945 und 1947 entstanden, hat Hausner selbst übermalt oder auch vernichtet. Über das 1949 entstandene „Forum“, das sich heute im Kunsthistorischen Museum in Wien befindet, sagte der Künstler, dass es für ihn "eine echte Bilanz seines Lebens" sei, es zeige die Grundfiguren, aus denen er zusammengesetzt ist. Der Betrachter wird hier mit surrealistischen Bildinhalten konfrontiert, die auf den ersten Blick kaum zu entschlüsseln sind und an den Surrealismus eines Salvador Dalí erinnern. Es scheint, als wären die unterschiedlichen Figuren und Gegenstände des Bildes willkürlich nebeneinander angeordnet worden und als stünden sie in keinerlei logischem Zusammenhang. Doch bei näherer Betrachtung erkennt man, dass jede Figur und jede Form seine künstlerische und inhaltliche Funktion besitzt.

Links stürmt ein Matrosenjunge ins Bild, der unverkennbar die Züge von Hausner selbst trägt. Er ist im Begriff, den Ball zu fangen, der ihm mit einem Tennisschläger zugespielt wird. Um ihn herum ist Spielzeug verteilt, das seine Kindheit symbolisiert. In der Bildmitte weist die Büste eines Mannes auf seinen Vater, der in seiner Beständigkeit die einstige heile Welt und Geborgenheit des familiären Umfeldes des Künstlers versinnbildlicht. Der Junge bewegt sich in Richtung des rechten Bildrandes, wo nichts mehr auf seine Kindheit hindeutet, sondern nackte, rätselhafte Figuren auf ein zweideutiges und unbestimmtes Schicksal hinweisen. Hausner malt seine Seelenlandschaft und setzt sie in seinen Bildern in symbolische Gehalte um. Er erzählt und analysiert damit nicht nur sein Leben, sondern bedient sich der Kunst auf diese Weise auch als Weg, der ihn zu Erkenntnis und Selbsterkenntnis führen soll.

Um diesen künstlerischen Weg einzuschlagen, musste Rudolf Hausner jedoch zunächst einige Hürden nehmen. 1931 begann er sein Kunststudium an der Wiener Akademie, wo er Stillleben und Tiere malen sollte – ein Naturalismus, der ihn als Maler, der sein Innenleben über die Kunst ausdrücken wollte, kaum zufrieden stellte. Hausner zog sich zurück, 1941 wurde er zur deutschen Wehrmacht eingezogen. Die Begegnung mit anderen Gleichgesinnten und mit Albert Paris Gütersloh, in dessen Atelier an der Akademie der bildenden Künste in Wien sich die Maler des „Phantastischen Realismus“ kurz nach 1945 formierten, brachten für den Künstler die entscheidende Veränderung. Hier sah er sich in seinen Vorstellungen über Kunst bestätigt – eine Kunst, die in Abkehr zur abstrakten Malerei auf altmeisterliche Techniken zurückgriff und versuchte, in die Innenwelten der Psyche vorzudringen. Es folgten die ersten erfolgreichen Ausstellungen, später war Hausner selbst als Professor an der Akademie der Bildenden Künste tätig. Mit seinem Tod am 25. Februar 1995 hinterließ er ein einzigartiges Werk, das sich jeglichen gängigen Kategorien der Kunstgeschichte entzieht.

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