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Top-News  |  26. Dezember 2015

JAHRESRÜCKBLICK 2015

Nachdem der Name Cornelius Gurlitt und der „Schwabinger Kunstfund“ langsam aus den Medien verschwunden sind, machten 2015 andere Fälle von Raubkunst von sich Reden.

Besonders aufsehenerregend war im vergangenen Jahr eine Klage vor einem US-Bundesbezirksgericht, mit der sich die Stiftung Preußischer Kulturbesitz konfrontiert sah. Es geht um den aus 82 Einzelstücken bestehenden Welfenschatz, ein Reliquienschatz der zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert gefertigt wurde. 1929 hatten drei namenhafte jüdische Kunsthändler den Goldschatz für 7,5 Millionen Reichsmark erworben. In den Folgejahren verkauften sie 40 Exponate für insgesamt rund 1,5 Millionen Reichsmark an Sammlungen in den USA. Die verbliebenen 42 Stücke erwarb 1935 der Staat Preußen für 4,25 Millionen Reichsmark. 2008 machten die Erben der Kunsthändler Ansprüche auf Rückgabe geltend und es folgte ein Rechtsstreit der noch immer andauert. Im Februar 2015 ging die Debatte in eine neue Runde, denn zwei der Erben reichten vor dem US-Bundesbezirksgerichtshof in Washington D.C. klage gegen die Bundesrepublik Deutschland und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz ein. Die Beklagten reichten im Herbst 2015 den Antrag ein, die Klage abzuweisen. Ausgang nach wie vor ungewiss, doch eine Ausfuhr der 42 Teile ist derzeit nur nach ministerieller Genehmigung möglich, denn seit Februar 2015 stehen die Exponate im Verzeichnis des national wertvollen Kulturgutes.

Auch im Fall der geraubten Kunst des Berliner Zeitungsverlegers Rudolf Mosse (1843-1920) kommt der Stiftung Preußischer Kulturbesitz eine zentrale Rolle zu. Im Zuge der seit Jahren andauernden systematischen Überprüfung der eigenen Bestände stießen die Provenienzforscher auf zwei Objekte mit fragwürdiger Historie und begannen mit der Suche nach den rechtmäßigen Besitzern. Zeitgleich bat das Mosse Art Restitution Project um Auskünfte zu zwei Objekten. Es wurde eine faire und schnelle Lösung gefunden, die es ermöglichte dass die Stücke vorerst als Leihgaben in den Berliner Museen bleiben dürfen.  

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