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Top-News  |   2. April 2016

MAX ERNST

Zum 125. Geburtstag des bedeutenden Surrealisten

Mit der Malerei kam der am 2. April 1891 in Brühl geborene Max Ernst bereits früh durch seinen Vater, der selbst Laienmaler war, in Berührung, aber auch durch sein Studium der Kunstgeschichte, die er neben der Philosophie und Psychologie an der Universität Bonn studierte. Ab 1911 beschloss er sich der Malerei zu widmen, obwohl er nie ein Kunststudium absolvierte und Zeit seines Lebens Autodidakt blieb.

Ernsts Frühwerk ist durch vielfältige Einflüsse geprägt. Er schätzte nicht nur den Romantiker Caspar David Friedrich, sondern auch die Werke der Avantgarde.  So ließ er sich inspirieren durch die Malerei von Vincent van Gogh, Henri Matisse oder August Macke, mit dem er 1911 Freundschaft schloss. War Max Ernst nach dem Ersten Weltkrieg zunächst dem sogenannten Dadaismus verbunden, in dessen Rahmen er 1919 gemeinsam mit Hans Arp die Kölner Dada-Gruppe gegründet hatte und eine große Zahl von Materialcollagen schuf, so schloss er sich nur wenige Jahre später in Paris dem Kreis der Surrealisten an, deren Denken fortan sein künstlerisches Oeuvre bestimmen sollte.  Beeinflusst von der Traumdeutung Sigmund Freuds sowie der metaphysischen Malerei eines Giorgio de Chirico begann Ernst bereits früh Bildmotive in rätselhaften Kombinationen zusammenzustellen, um Assoziationen freien Lauf zu lassen.

1919 entstand, angelehnt an die unwirklichen Bildwelten de Chiricos, das Gemälde Aquis submersus, das so viel wie "im Wasser versunken" bedeutet. Auffällig ist nicht nur die beunruhigende Regungslosigkeit der Figuren, sondern auch die teils unlogische Anordnung der Gegenstände wie etwa die Uhr am oberen Bildrand, die am Himmel zu hängen scheint.

Später entwickelte Max Ernst die Maltechniken der Frottage sowie der Grattage, die den für ihn typischen Stil bestimmten. Während die Frottage die Übertragung einer Oberflächenstruktur eines Gegenstandes mittels Kreide oder Bleistift auf Papier darstellt, werden bei der Grattage mit einer Klinge aufgetragene Malschichten weggekratzt. Ab 1935 entstand ein Hauptwerk in dieser Technik: Die ganze Stadt.  Das surrealistische Ölgemälde zeigt rätselhafte, ruinenartige, an Festungen oder Tempelanlagen erinnernde Gebäude als versteinerte Stadt, in der kein Leben mehr zu erkennen ist.

Unter dem NS-Regime in Deutschland wurde Max Ernst als Künstler diffamiert und seine Kunst 1933 als "entartet" eingestuft. 1941 floh er zusammen mit seiner späteren dritten Ehefrau, der Kunstmäzenin Peggy Guggenheim in die USA. Erst 1953 kehrte er nach Frankreich zurück. Auf der Biennale von Venedig, der weltweit bedeutendsten Kunstschau, wurde der Maler im Jahr 1954 mit dem großen Preis für Malerei geehrt - eine Anerkennung, die ihn zu internationaler Bekanntheit und weiteren Ehrungen bis ins hohe Lebensalter führte. Er starb einen Tag vor seinem 85. Geburtstag, am 1. April 1976 in Paris.

Sein Geburtstag jährt sich 2016 zum 125. Mal.

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