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EREMITAGE IN MOSKAU

Filiale für moderne und zeitgenössische Kunst in Moskau geplant

Ein renommiertes kanadisches Architekturbüro hat in Moskau den Plan für eine neue Eremitage-Filiale vorgestellt. Das Gebäude soll ein Zentrum für moderne Kunst werden und bis 2022 in der russischen Hauptstadt eröffnet werden.

Die Eremitage in St. Petersburg ist eines der berühmtesten und größten Kunstmuseen der Welt mit über drei Millionen Exponaten. Als eigenständige Kunstsammlung wurde sie bereits im 18. Jahrhundert von der russischen Kaiserin Katharina der Großen begründet. Die Pläne zu einer erneuten Erweiterung der Petersburger Eremitage wurden im vergangenen Dezember während der Feierlichkeiten zum 250-jährigen Jubiläum des Museums verkündet. Zu den bereits bestehenden Zweigstellen in Amsterdam, Kazan und Wyborg sollen außerdem Filialen in der spanischen Stadt Barcelona und in der litauischen Hauptstadt Vilnius hinzukommen.

Das neue Museumszentrum in Moskau wird auf dem Gelände des ehemaligen Lichatschow-Werkes entstehen, auf dem einst Lastwagen und Limousinen produziert wurden. Die noch erhaltene historische Bausubstanz aus dem frühen 20. Jahrhunderts soll dabei teilweise bewahrt werden. Neben dem Eremitage-Zentrum ist auch der Bau eines Theater- und Konzerthauses auf dem ehemaligen Industriegelände geplant.

Architekt Hani Rashid und sein Architekturbüro Asymptote haben sich für das neue Gebäude von dem russischen Konstruktivismus der zwanziger Jahre inspirieren lassen - etwa von El Lissitzkys geometrisch-abstrakten "Proun"-Bildern -, aber auch von den modernistischen amerikanischen und sowjetischen Pavillons der berühmten Expo 1967 in Montreal und von neuen Technologien. Dem Plan zufolge wird das fünfstöckige Gebäude aus aufeinandergestapelten Blöcken unterschiedlicher Höhe bestehen, um Spielraum für verschiedene große Installationen und Plastiken zu haben. Auf dem Dach soll es einen angelegten Skulpturen-Garten geben.

Der Fokus des Museums soll auf moderner sowie zeitgenössischer Kunst liegen, wie der Kurator und Leiter des Projekts "Eremitage 20/21", Dmitri Oserkow, erklärte. Das Projekt wurde 2007 ins Leben gerufen und hat sich zum Ziel gemacht, die Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst weiter auszubauen. Moskau sei als moderne Stadt im Gegensatz zum konservativeren St. Petersburg bestens als Ausstellungsort für eine solche Kunst geeignet. Der Generaldirektor der Eremitage gab außerdem bekannt, dass das Zentrum mit Moskauer Museen kooperieren und nicht nur ausländische, sondern auch russische Kunstwerke ausstellen will, unter anderem von Moskauer und Petersburger Künstlern.

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