12. Juli - 22. Oktober 2017 Tate Modern

SOUL OF A NATION

Andy Warhol Muhammad Ali.1978. Synthetic polymer and silkscreen inks on canvas. 1016 x 1016 mm. Private collection. © 2017 The Andy Warhol Foundation for the Visual Arts, Inc. / Artists Rights Society IARSI. New York and DACS, London
Barkley L. Hendricks. Icon for My Man Superman (Superman Never Saved any Black People—Bobby Sealej). 1969. Oil, acrylic and aluminium leaf on linen canvas. 1511 x 1219 mm. Collection of Liz and Eric Lefkofsky. © Barkley L. Hendricks. Courtesy of the artist and Jack Shainman Gallery, New York
Betye Saar (b. 1926). Eye. 1972. Mixed media assemblage 216 x 349 mm. Collection of Sheila Silber and David Limburger. © Betye Saar. Courtesy of the Artist and Roberts & Tilton, Los Angeles, California
Carolyn Lawrence. Black Children Keep Your Spirits Free. 1972. Acrylic paint on canvas. 1245 x 1295 x 51 mm. © Courtesy of Carolyn Mims Lawrence
Wadsworth Jarrell (b.l 929). Revolutionary. 1972. Screenprint on paper 864 x 673 mm. Courtesy Lusenhop Fine Art. © Wadsworth Jarrell

Art In The Age Of Black Power

Was bedeutete es, ein schwarzer Künstler in den USA in einer Zeit zu sein, in der die  Bürgerrechtsbewegung sich herausbildete und die Black Power-Bewegung ihre Geburtsstunde hatte? Was war Sinn und Zweck der Kunst und an welches Publikum richtete sie sich? Das Tate Modern präsentiert "Soul of a Nation: Art in the Age of Black Power" (dt.: Seele einer Nation: Kunst im Zeitalter der Black Power-Bewegung), eine sehenswürdige und wegweisende Ausstellung, die diesen Fragestellungen vor dem Hintergrund der afroamerikanischen Künstler von 1963- 1983 und darüber hinaus auf den Grund geht.

In einer Zeit, in der Rasse und Identität ein zentrales Thema in Musik, Sport und Literatur darstellten - Bereiche, die von Ikonen wie Aretha Franklin, Muhammad Ali und Toni Morrison geprägt und in die Öffentlichkeit gebracht wurden - wurde die "schwarze Kunst" in ganz Amerika in Form von lebhaften Gemälden, Fotografien, Drucken und Skulpturen definiert und diskutiert. Soul of a Nation zeigt mehr als 150 Werke von über 60 Künstlern und bietet die einmalige Gelegenheit, die Neudefinierung der amerikanisch kulturellen Identität in einer Zeit von sozialen Unruhen und politischen Konflikten zu entdecken.

Die Ausstellung umfasst Archivaufnahmen und Dokumentationsmaterial, mittels derer der Muralismus illustriert wird, darunter die "Wall of Respect" in Chicago und die "Smokehouse"- Wandmalereien in Harlem. Die Art und Weise wie die Künstler sich mit Straßenaktivismus befassten wird anhand von Plakate und Zeitungen dargestellt. Ein Beispiel hierfür ist das Werk von Emory Douglas, Kulturminister der 1966 gegründeten afro-amerikanischen und revolutionären Partei "Black Panther Party", der das "Getto selbst als Galerie" bezeichnete.

In allen Staaten Amerikas nahmen die Künstler an der "Schwarzen Kunst-Debatte" teil. In Chicago gründeten in den späten 1960ern die Künstler Jeff Donaldson, Wadsworth Jarrell, Jae Jarrell, Barbara Jones-Hogu, Nelson Stevens und Gerald Williams das Künstlerkollektiv AfriCOBRA (the African Commune of Bad Relevant Artists), die einzige Künstlergruppe dieser Zeit, die ein Manifest konzipierte.

Ihre herausragenden und bemerkenswerten Arbeiten boten eine einzigartige Ästhetik, die sich durch das Kombinieren von hellen, leuchtenden Farben, Texten und Bildern in lebhafter Form auszeichnete. Zur gleichen Zeit hatten die sog. Watts-Unruhen von 1965 einen direkten Einfluss auf die Kunst, die in Los Angeles entstand. So machten viele Künstler auf die Politik einer geteilten Stadt aufmerksam.

Weitere Themen, die die Ausstellung beleuchtet, ist zum einen die Herausbildung des Schwarzen Feminismus, der in den Werken von Betye Saar und Ky Brown zum Ausdruck kommt. Diese zeichnen den revolutionären Moment der Präsenz schwarzer Frauen nach. Zum anderen thematisiert die Ausstellung Debatten zur schwarzen Ästhetik in der Fotografie, welche in den Werken von Roy DeCarava zum Tragen kommen.

Im Rampenlicht der Ausstellung steht die Just Above Midtown gallery (JAM), eine wegbereitende kommerzielle Galerie in New York, die Werke von schwarzen avant-garde-Künstlern ausstellte und deren legendäres Programm innovative Herangehensweisen an die Bildhauerkunst und ihre Umsetzung umfasste. So wurden unerwartete Materialien wie schwarzes Haar oder Strumpfhosen genutzt.

Co-Kuratoren der Ausstellung sind Mark Godfrey und Zoe Whitley, Assistenz-Kurator ist Priyesh Mistry. Die Ausstellung findet bis zum 22. Oktober im Tate Modern in London statt.

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