Das art-scene.tv Kunst Magazin

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Top-News
31. Dezember 2019

Body Performance - Ausstellung der Helmut Newton Stiftung - Teil 1

Performance ist eine eigenständige Kunstform, und die Fotografie ist ihr ständiger Begleiter. In dieser Gruppenausstellung werden...


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Top-News
8. Oktober 2019

Affordable Art Fair Hamburg

Im Jahr 1999 war die Kunstwelt bestimmt von Expertenmessen, traditionellen Auktionshäusern und White Cube-Galerien. Wer Kunst...


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Top-News  |   4. Januar 2020

Body Performance - Ausstellung der Helmut Newton Stiftung - Teil 2

Vanessa Beecroft, VB55 - Performance, 2005, VB55.004.NT, Neue Nationalgalerie, Berlin, 2005, © 2019 Vanessa Beecroft

Viviane Sassen

Untitled from Roxane II, 040, 2017

© Viviane Sassen, courtesy Stevenson Gallery, Cape Town

Robert Mapplethorpe Lisa Lyon, 1980, © Robert Mapplethorpe Foundation

Gruppenausstellung der Helmut Newton Stiftung: Body Performance

Mit Vanessa Beecroft, Yang Fudong, Inez & Vinoodh, Jürgen Klauke, Robert Longo, Robert Mapplethorpe, Helmut Newton, Barbara Probst, Viviane Sassen, Cindy Sherman, Bernd Uhlig und Erwin Wurm.

Laufzeit: 30. November 2019 – 10. Mai 2020

Viviane Sassen begeistert seit Jahren die Modefotowelt. Auch sie arbeitet in erster Linie mit dem menschlichen Körper, etwa indem sie ihn aufs Äußerste für eine Aufnahme verdreht. Die Modelle werden von ihr eigenwillig choreographiert und inszeniert, beispielsweise farbig  bemalt, verschattet, gespiegelt, durch Gegenstände überlagert und zumeist in fotografischen An- und Ausschnitten entindividualisiert.

Irritationen begegnen uns ebenfalls bei Cindy Sherman, und zwar bereits in der frühen kleinformatigen Schwarz-Weiß- Serie „Untitled Film Stills“, in der sie Ende der 1970er-Jahre wie eine Schauspielerin in immer neue Rollen zu schlüpfen scheint. Mal steht die junge Frau im Bad und betrachtet sich im Spiegel, mal schaut sie, auf einer niedrigen Fensterbank sitzend, aus dem Fenster einer Wohnung. Auf anderen Bildern taucht sie im urbanen Raum auf; es scheinen unspektakuläre Alltagsbeobachtungen zu sein, die jedoch bewusst inszeniert sind, mit sich selbst als Akteurin. Die Idee des Rollenspiels setzt sie später fort, wobei sie sich in den farbigen, unbetitelten Selbstporträts aus dem Jahr 2000 auch schon mal hinter dicken Schminkschichten und Perücken, Masken oder Brustprothesen versteckt. Im Spiel mit Veränderung, Camouflage und Repräsentanz zitiert Sherman natürlich auch das Medium Film.

Barbara Probst hingegen überrascht mit einer unvergleichlichen, spielerisch-experimentellen Mischung aus klassischer Straßenfotografie, Porträt, Stillleben und neuerdings auch Mode. Ihre Aufnahmen arrangiert sie zu Diptychen, Triptychen und gelegentlich zu wandfüllenden Tableaus bestehend aus einem Dutzend Einzelbildern in Schwarzweiss und Farbe; sie tragen stets den gleichen Titel, „Exposures“, zusätzlich individualisiert mit einer Bildnummer, dem Aufnahmeort und dem auf die Minute genauen Datum. Denn sie fotografiert die gleiche Situation mit mehreren Kameras aus unterschiedlichen Blickwinkeln zeitgleich, sekundengenau ausgelöst mit Radiowellen.

Yang Fudongs Schwarz-Weiß-Fotografie ist inspiriert vom französischen Film Noir und den noch früheren Shanghai- Filmen, also aus einer Zeit, als die chinesische Hafenstadt noch sehr vom Westen inspiriert war. Mit seinen melancholischen Aktaufnahmen scheint er eine zeitlose Vergangenheit zu beschwören; auch in seinen eigenen Filmen begegnet uns eine vergleichbar reduzierte und rätselhafte Narration. Nacktheit so offen zu zeigen, gilt in großen Teilen der chinesischen Gesellschaft noch immer als provokant. In der Serie „New Women“ sitzen oder stehen einzelne oder mehrere nackte Frauen in einer spärlich und zugleich luxuriös ausgestatteten Studio-Bühne. Die Fotografien wirken wie Standbilder des eigenen, parallel entstandenen Videofilms.

Robert Longo realisierte seine Fotosequenz „Men in the Cities“ Ende der 1970er-Jahre auf dem Dach seines Lofts an der Manhattan Bridge in New York. Wir sehen Menschen in unnatürlichen Posen, deren Bewegungen fotografisch eingefroren sind; es könnten wilde Tänze sein oder Zitate aus amerikanischen Western, aus Kriegs- oder Gangsterfilmen, etwa wenn einer der Protagonisten im Kugelhagel stirbt.

Robert Mapplethorpe wiederum choreographierte 1980 nur eine Person – die ehemalige Bodybuilding-Weltmeisterin Lisa Lyon, die sich selbst als Bildhauerin des eigenen Körpers bezeichnete – im Körperanschnitt auf einem Felsen im kalifornischen Yoshua-Tree-Nationalpark liegend.

So sehen wir in der Helmut Newton Stiftung die unterschiedlichsten Ansätze und Ausprägungen für künstlerische Aktionen und Körper-Performances: Menschen tragen Kleidung für ungewöhnlich inszenierte Modebilder, sie agieren vermeintlich irrational auf Straßen und Hochhausdächern oder bewegen sich minimalistisch auf Felsen und in Museumsräumen, schließlich als Tänzer und Tänzerinnen auf und neben der Bühne. In der Ausstellung begegnen uns Rollenspiele und Grenzüberschreitungen des Körperlichen – zeitgenössische fotografische Blicke auf die verschiedensten visuellen Aspekte zu Körper und Raum, Tanz und Bewegung. Und so geraten in unserer Rezeption auch Fragen von Fremd- und Selbstwahrnehmung, von Identität und Emotion in den Blick.

 

Standort:

Museum für Fotografie / Helmut-Newton-Stiftung
Jebensstraße 2
10623 Berlin

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