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  |  29. August 2016

LICHT DER PROVENCE

Jean Planque-Kunstsammlung bereichert Aix-en-Provence

Die neue Filiale des bekannten Granet-Museums liegt am Rande der Flaniermeile von Aix-en-Provence, wo Paul Cézanne einst seinen Rosé-Wein genoss. Eine umgebaute Kapelle aus dem 17. Jahrhundert, die jetzt auf drei Etagen Kunstschätze aus der Privatsammlung von Jean Planque (1910-1998) beherbergt. Werke von Braque, Degas, Picasso, Klee oder Cézanne. Aber auch Werke von Jean Planque, der selbst malte.

Der Schweizer war aber vor allem ein großer Kunstsammler, der unvoreingenommen an die Kunst des frühen 20. Jahrhunderts heranging. Er kaufte, was ihm gefiel. Mit vielen Künstlern war Planque eng befreundet. Er sammelte leidenschaftlich moderne Kunst. „Ich habe die Bilder mehr geliebt als das Leben“, beschrieb er selbst seine Leidenschaft. Dabei verfügte er nie über große finanzielle Mittel. Planque erwarb seine Bilder oft vor allen anderen, als noch kein großes Interesse bestand. Meist sehr günstig dank seiner engen Beziehungen zu Künstlern und zu Händlern.

Auch Picasso schätzte den untrüglichen Blick des Schweizers. Der spanische Künstler lernte Jean Planque 1960 persönlich kennen, an dessen 50. Geburtstag. Planque schenkte ihm ein Porträt von Cézanne, das Treffen markierte den Beginn einer vertrauensvollen Freundschaft. Insgesamt 15 Picasso-Werke aus allen Schaffensperioden des Spaniers erwarb Planque, angefangen mit dem „Harlekin“ aus dem Jahr 1917 bis hin zur „Büste einer Schlafenden“ aus dem Jahr 1970.

Sein Lieblingsbild war Picassos „Sitzende Frau mit Katze“. Planque erzählte gern, dass er das Bild manchmal umdrehen musste, weil die Katze zu bedrohlich auf ihn wirkte. An Picassos Todestag 1973 soll das Bild von der Wand gefallen sein, so die Legende. Die deutlichen Kratzer auf dem Gemälde sind angeblich der Beweis. In der Kapelle des Granet-Museums in Aix-en-Provence kann man sich davon überzeugen.

Jean Planque wird im Sommer 1910 im Schweizer Kanton Waadt geboren, als einziger Junge von sechs Kindern. In Basel findet er 1929 Arbeit bei einer Versicherungsgesellschaft und beginnt Aquarelle zu malen. Ein Aquarell von Klee, das er in einer Galerie entdeckt, hält er zuerst für eine Kinderzeichnung. Die Entdeckung dieser Kunst wirft die Vorstellung von Malerei des 20-jährigen völlig über den Haufen.

Nach dem Tod seiner Frau gründet er 1997 die „Fondation Jean et Suzanne Planque“. Als  Jean Planque ein Jahr später im Alter von 88 Jahren stirbt, ist sichergestellt, dass seine Kunstschätze einer breiten Öffentlichkeit zugänglich werden. Mit dem „Musée Granet“ wurde vereinbart, dass Besucher in Aix-en-Provence die Jean Planque- Sammlung bis 2025 sehen können.

 

 

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