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Top-News  |  12. April 2017

ANGST UND SCHRECKEN IN SCHWARZ-WEISS

Guernica, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Credit: Joaquín Cortés/Román Lores

Pablo Picasso, Woman Dressing Her Hair

Exhibition view, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia

Pablo Picasso, Mandoline and Guitar, 1924

Picassos "Guernica" wird 80

Vor 80 Jahren wurde eines der bekanntesten Gemälde der Kunstgeschichte erstmals öffentlich gezeigt: Pablo Picassos "Guernica", eine Bild gewordene Klage angesichts der unaussprechlichen Gräuel des Zweiten Weltkriegs. Im Jubiläumsjahr 2017 widmet das Museum Reina Sofía in Madrid dem Kunstwerk nun eine ganze Ausstellung und zeichnet dessen Entstehungsweg nach.

Picassos wohl berühmtestes Gemälde, das 1937 auf der Weltausstellung in Paris im spanischen Pavillon erstmals zu sehen war, ist Dreh- und Angelpunkt der großen Retrospektive "Pity and Terror. Picasso’s Path to Guernica", daneben sind rund 180 Werke aus der Sammlung des Museo Reina Sofía sowie den Beständen von rund 30 anderen Museen weltweit zu sehen.

Die Ausstellung zeigt einige der bekanntesten Werke Picassos, darunter "Drei Tänzerinnen“ (1925) aus dem Musée Picasso in Paris, "Frau mit Kamm" (1940) aus dem MoMa in New York, "Akt am Strand" (1929) aus dem Metropolitan Museum of Art in New York, das Stilleben "Mandoline und Gitarre" aus dem Salomon R. Guggenheim Museum sowie die Skulptur "Büste einer Frau" aus einer Privatsammlung.

Im Gegensatz zu anderen Retrospektiven legt die Ausstellung den Fokus auf das Schlüsselwerk „Guernica“ und beschreibt die künstlerische Entwicklung des in Málaga geborenen Malers von den späten 1920er Jahren bis Mitte 1940, eine Zeit des Umbruchs, in der sich Picassos gesamter Stil radikal wandeln sollte.

Anhand der wichtigsten Werke aus dieser Schaffensperiode zeichnet die Ausstellung Picassos künstlerische Evolution nach, vom anfänglichen Optimismus in seinen kubistischen Werken über die Suche nach neuen Ausdrucksformen in einer aus den Fugen geratenen Welt zwischen Schönheit und Grauen in den politisch instabilen 1930er Jahren. "Guernica“ wird nicht isoliert betrachtet, sondern in Kontext gesetzt, mit anderen bedeutsamen Arbeiten Picassos aus jener Zeit.

Die chronologische Betrachtung der Werke offenbart die Entwicklung des Künstlers, seine Suche nach neuen Formen und Räumen, malt zunehmend chaotische Szenen, Gewalt und Schmerz. Immer öfter macht Picasso Zerstörung und geschundene Körper zum zentralen Motiv seiner Bilder, eine Entwicklung, die ihn immer mehr zum politischen Künstler macht und schließlich in "Guernica" ihren Höhepunkt findet.

"Pity and Terror: Picasso’s Path to Guernica" ist noch bis zum 4. September 2017 im Museo Reina Sofía in Madrid zu sehen. Mehr Informationen zur Ausstellung gibt es hier.

 

 

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